Behörden und Personen

Video: Alle beteiligten Personen rund um die Jägerprüfung in Niedersachsen

 

Die Prüfung besteht aus drei Teilen:

  1. Schießprüfung
  2. Schriftliche Prüfung
  3. Mündliche/praktische Prüfung

Schießprüfung

  • Rehbockscheibe auf 100 m Entfernung. Mindestens 25 von 50 möglichen Punkten.
  • Laufender Keiler auf 50 m Entfernung aus jagdlicher Erwartungshaltung. Mindestens 2 Treffer von 5 Schuß.
  • Wurfscheiben aus jagdlicher Erwartungshaltung. 15 Stück, mit jeweils höchstens 2 Schüssen, mindestens 5 Treffer Trap.

Sämtliche Prüfungsteile werden im Unterrricht intensiv trainiert. Sie sind optimal vorbereitet.

Schriftliche Prüfung

In 5 Fachgebieten werden jeweils 20 Fragen gestellt. Zu jeder Frage sind 3 Antwortmöglichkeiten vorgegeben (Multiple Choice). Der gesamte Fragenkatalog aller 5 Fachgebiete umfasst rund 1500 Fragen.

Die Fragenkataloge der 5 Fachgebiete können auf der Seite Download heruntergeladen werden.

Mündlich-praktische Prüfung

In einem Prüfungsparcours werden sie wiederum in den 5 Fachichtungen jeweils 15 Minuten mündlich und praktisch geprüft.

Im folgenden geben wir ihnen detaillierte Informationen zur Prüfungsordnung, dem Prüfungsablauf und der Bewertung.

Die Jägerprüfung in Niedersachsen

Zuständig für die Jägerprüfung in Niedersachsen, ist die Oberste Jagdbehörde, also das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung.

Ihre Aufgabe besteht hierbei  in der Formulierung der Prüfungsordnung, sprich in der Verordnung zur Jäger und Falknerprüfung deren aktuellste Version  seit dem 1. Juli 2012 in Kraft ist. 

Des Weiteren ist sie  Herausgeber eines Fragenkataloges zur schriftlichen Jägerprüfung mit 2607 Fragen vom Stand Oktober 2009.

Der Fragenkatalog wird nicht veröffentlicht und steht ausschließlich den Jagdbehörden bei den Landkreisen, kreisfreien Städten und der Region Hannover zur Durchführung der Jägerprüfungen zur Verfügung.

Genauer gesagt liegt das Urheberrecht, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung.

Was so viel heißt, dass keine kommerzielle Nutzung dritter genehmigt wird, aber Jungjägern dieser selbstverständlich zu Verfügung steht.

Die Prüfungsordnung sowie den Fragenkatalog findet man unter folgendem Link:

s. Aktuell

Der Fragenkatalog ist ausdruckbar.

Der Fragenkatalog mit Kennzeichnung der richtigen Antworten allerdings nicht.

An dieser Stelle werde ich mich jetzt mal nicht äußern…

Worauf ich aber hier schon ausdrücklich hinweisen möchte ist die Tatsache, dass die schriftliche Prüfung im Hinblick auf die mündlich-praktische Prüfung eine ganz besondere Schlüsselrolle innehat.

Zuständig für die Durchführung der Jägerprüfung in Niedersachsen ist wiederum die Untere Jagdbehörde bei den Landkreisen und bei den kreisfreien Städten.

In unserem Fall ist das der Landkreis Göttingen.

Ihre Aufgabe besteht darin die Prüfungstermine festzulegen und den KJM (Kreisjägermeister) anzuweisen eine Prüferkommission aufzustellen, welche eigentlich im näheren Sinne den ordentlichen Ablauf gewährleistet und durchführt.

Der KJM bekleidet ein Ehrenamt, in unserm Falle ist dies Herr Ballhausen, welcher sich durch mindestens zwei Talente auszeichnet, die da wären: Diplomatie und Durchsetzungskraft.

Diese beiden Eigenschaften garantieren allen Jungjägern eine wohlwollende und faire Prüferkommission… doch dazu später.

 

Ziel aller Prüfer ist es jedenfalls, allen voran der KJM, einer möglichst hohen Anzahl  gut ausgebildeter Jungjäger  das Prüfungszeugnis überreichen zu dürfen.

Warum ist das so?

Das Durchschnittsalter deutscher Jäger liegt bei 65 Jahren. Darum bedarf es  einer permanenten Nachwuchsförderung um die besondere  Stellung der Jäger in der Gesellschaft als einzig geprüfter Naturschützer in Deutschland und der damit verbundenen  Verantwortung und Fachkompetenz  gerecht zu werden.

Doch auch hier an anderer Stelle mehr…

Also, um hier die immer wieder zu hörende Sorge gleich im Keim zu ersticken, ob die Prüfer es mit einem schlecht meinen?

Ein ganz klares nein, ganz im Gegenteil, weil alle Beteiligten sich an den gut ausgebildeten Jungjägern erfreuen und Ihr ganzes Herzblut in den Aufbau eines sogenannten Prüfungspfades stecken, damit schlussendlich jeder Prüfling zeigen kann was er drauf hat.

Und dieses Können will man am Prüfungstag schließlich auch loswerden um endlich den „Lappen“ in der Hand zu halten.

Schauen wir uns nun einmal gemeinsam die Prüfungsordnung an.

Inhaltsübersicht

E r s t e r T e i I

Jägerprüfung

§ 1 Prüfungskommission

§ 2 Prüfungsausschuss

§ 3 Zulassung zur Prüfung

§ 4 Gliederung der Prüfung

§ 5 Jagdliches Schießen

§ 6 Schriftliche Prüfung

§ 7 Mündlich-praktische Prüfung

§ 8 Bewertung der Prüfungsleistungen

§ 9 Gesamtergebnis der Prüfung

§ 10 Prüfungsniederschrift

§ 11 Prüfungszeugnis

§ 12 Rücktritt

§ 13 Wiederholung der Prüfung

§ 14 Täuschung

§ 15 Gleichgestellte Prüfungen

§ 16 Eingeschränkte Jägerprüfung

 

Zweiter Teil

Falknerprüfung

§ 17 Prüfungskommission

§ 18 Prüfungsausschuss

§ 19 Zulassung zur Prüfung

§ 20 Gliederung der Prüfung

§ 21 Schriftliche Prüfung

§ 22 Mündlich-praktische Prüfung

§ 23 Bewertung der Prüfungsleistungen; Gesamtergebnis der Prüfung

§ 24 Ergänzende Vorschriften

 

Dritte r Teil

Schlussvorschrift

§ 25 Übergangsregelung

§ 26 In-Kraft-Treten

 

 

 

 

ERSTER TEIL

Jägerprüfung

§1

Prüfungskommission

1.

Für die Durchführung der Jägerprüfung wird bei der Jagdbehörde eine Prüfungskommission unter Vorsitz der Kreisjägermeisterin oder des Kreisjägermeisters gebildet.

2.

Stellvertreterin oder Stellvertreter für den Vorsitz ist die nach § 38 Abs. 4 Satz 1 des Niedersächsischen Jagdgesetzes gewählte Person.

 3.

Die Kreisjägermeisterin oder der Kreisjägermeister beruft die weiteren Mitglieder der Prüfungskommission für die Dauer von fünf Jahren.

4.

Die Mitglieder der Prüfungskommission müssen jagdpachtfähig sein (also mind. 3 Jahresjagdscheine).

 

5.

Das Vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission sorgt für die Organisation und den Ablauf der Jägerprüfung, soweit nichts anderes bestimmt ist (Der KJM kann also einen Stellvertreter bestimmen).

 

§2

Prüfungsausschüsse

(1)

Für die jeweilige Jägerprüfung bildet das Vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission (KJM) aus den Mitgliedern der Prüfungskommission für

1. das Jagdliche Schießen (§ 5),

2. die schriftliche Prüfung (§ 6) und

3. jedes Fachgebiet der mündlich-praktischen Prüfung (§ 7)

Jeweils einen Prüfungsausschuss.

1.

Jeder Prüfungsausschuss besteht aus mindestens zwei Mitgliedern (Vorsitz und Protokollschreiber)

2.

Wer bei der Ausbildung mitgewirkt hat, darf dem Prüfungsausschuss nicht angehören (ist klar)

Beispiel:

Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit der Jägerschaft Göttingen im Bereich der Jungjägerausbildung hat sich z.B. einer der Ausbilder und Prüfer des Landkreises Göttingen für das Fachgebiet 2 (Jagdwaffen und Fanggeräte) Herr Homann dazu bereit erklärt mit meinen Prüflingen eine Prüfungssimulation im Zuge der Ausbildung durchzuführen.

3.

Das Vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission (KJM) überträgt jeweils einem Mitglied des Prüfungsausschusses den Vorsitz.

4.

Das Vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission (KJM) kann die Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse auch während der Jägerprüfung ändern.

(2)

Der Prüfungsausschuss entscheidet mit Stimmenmehrheit (also der Vorsitzender und Protokollführer).

1. Bei Stimmengleichheitgibt die Stimme des Vorsitzenden Mitglieds den Ausschlag (also doch nur der Vorsitzende… ohne Worte, warum nicht gleich so?)

(3)

Das Vorsitzende Mitglied des Prüfungsausschusses trifft die Verfahrensentscheidungen während des Prüfungsablaufs.

(4)

1.

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses und das Vorsitzende Mitglied der Prüfungskommission erhalten für jeden angefangenen Tag, an dem sie an einer Prüfung mitwirken, eine Vergütung in Höhe von 80 Euro.

 2.

Zusätzlich sind die Fahrtkosten in entsprechender Anwendung der für Landesbeamte geltenden reisekostenrechtlichen Vorschriften zu erstatten.

 

 

 

§3

Zulassung zur Prüfung

(1)

Die Jagdbehörde gibt frühzeitig bekannt, wann die nächste Jägerprüfung stattfindet und wann die Zulassung zur Prüfung bei ihr zu beantragen ist.

 

(2)

1.

Zur Prüfung ist von der Jagdbehörde zuzulassen, wer

1. spätestens sechs Monate vor der Prüfung das 15. Lebensjahr vollendet hat,

2. die für den Erwerb des Jagdscheins erforderliche Zuverlässigkeit besitzt (gut leserliche Kopie der Vorder- und Rückseite des Personalausweises muss eingereicht werden)

3. die für das Ablegen der Jägerprüfung erforderliche körperliche Eignung besitzt und

4. eine ausreichende Haftpflichtversicherung für den Waffengebrauch abgeschlossen hat (wird von der Jagdschule Solling beantragt und ist in den Kosten enthalten).

2.

Andere Personen dürfen nicht zugelassen werden.

(3)

Der Prüfling ist von der Jagdbehörde spätestens eine Woche vor der Prüfung zu laden.

(4)

Liegen der Jagdbehörde bis vier Wochen vor Prüfungsbeginn weniger als 18 Anmeldungen vor, so kann sie mit einer anderen Jagdbehörde eine gemeinsame Jägerprüfung durchführen.

 

§4

Gliederung der Prüfung

(1)

Die Jägerprüfung besteht aus den Prüfungsabschnitten

1. Jagdliches Schießen,

2. schriftliche Prüfung und

3. mündlich-praktische Prüfung.

 

(2)

Das Jagdliche Schießen kann vor den anderen Prüfungsabschnitten, jedoch nicht länger als sechs Monate vor Beginn des nächsten Prüfungsabschnittes durchgeführt werden.

(3)

1. Die Jägerprüfung ist nicht öffentlich.

2. Bei der Jägerprüfung, ausgenommen die Beratung der Prüfungsausschüsse, dürfen anwesend sein

1. Beauftragte der Jagdbehörden und

2. vom Vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission (KJM) zugelassene Personen, wenn

kein betroffener Prüfling widerspricht (grundsätzlich sollte der Prüfling hiervon Gebrauch machen).

 

§5

Jagdliches Schießen

Das jagdliche Schießen liegt immer vor der schriftlichen und mündlich-praktischen Prüfung.

Beim jagdlichen Schießen gibt es keine Noten, also nur bestanden oder nicht bestanden. Natürlich ist ein überdurchschnittliches gutes Schießergebnis förderlich für den Gesamteindruck.

(1)

1. Im Jagdlichen Schießen hat der Prüfling auf einem Schießstand die sichere Handhabung der Schusswaffe und seine Schießfertigkeit nachzuweisen (hier möchten die Prüfer hören das nach dem Sicherheitsbereich gefragt wird bevor die Waffe aus dem Waffenständer genommen wird und sehen dass vor dem ersten Ladevorgang durch den Lauf geschaut wird, die Überprüfung der Waffe auf äußere Mängel, die Kalieberfeststellung auf der Waffe und den Patronen und schlussendlich nach dem schießen das Abstellen in den Waffenständer mit offener Kammer beim Repetierer oder gebrochenem Lauf bei der Flinte)

2. Er hat hierzu unter Beachtung der Schießvorschriften des Deutschen Jagdschutz-Verbandes die folgenden Leistungen zu erbringen:

 

Kaliberfrage:

Hier möchte ich direkt darauf hinweisen, dass das Kaliber .222 Remington in der jagdlichen Praxis auf Hochwild, also wie hier auf die flüchtige Überläuferscheibe (Umgangssprachlich = laufender Keiler) nicht zulässig ist, da die Mindestanforderungen vom Kaliber und der Auftreffenergie auf 100 m  unter 6,5 mm und 2000 Joule liegt.

Diese Regelung findet darin ihre Begründung, da manche Schießstände auf den laufenden Keiler nur die Möglichkeit haben mit der .222 Remington als maximales Kaliber zu üben.

Dieses Problem haben wir allerdings nicht.

In der jagdlichen Praxis ist das Kaliber .222 Remington auf Rehwild allerdings die kleinste zulässigste Patrone.

Auf die Rehbock-Scheibe wird hier allerdings in der Prüfung ein hochwildtaugliches Kaliber verlangt, da der Prüfling hier zumindest für die jagdliche Praxis mit einem Hochwildkaliber Erfahrung sammeln kann, sofern die Problematik mit der Kalibergröße und dem laufenden Keiler besteht.

Wir schießen daher auf die Rehbockscheibe und den laufenden Keiler mit einem hochwildtauglichen Kaliber.

 

 

 

 

Anschlagfrage:

1.

Bei der Rehbockscheibe wir der Anschlag stehend angestrichen an einer Metallstange, die zusätzlich gepolstert ist, ausgeführt.

Es werden in der Prüfung jeweils 2 Prüflinge gleichzeitig auf Bahn 2 und 4 schießen.

Beim Übungsschießen werde ich die Jungjäger Schrittweise vom Einzelschießen zum Prüfungsschießen mit 2 Schützen führen.

 

2.

Beim laufenden Keiler wird stehend freihändig aus der jagdlichen Erwartungshaltung (der Hinterschaft liegt auf Höhe des Hüftknochens an) in die Erwartungshaltung gegangen (der Hinterschaft liegt nunmehr satt in der Schulter und am Jochbein, so dass ein optimaler Abstand vom Auge zur Optik vorhanden ist, der wiederum eine optimale Zielerfassung ermöglicht).  Erst dann erfolgt das Kommando „Hopp“, woraufhin der Keiler immer von rechts kommt.

Es wird immer nur eine Patrone geladen.

 

Ausnahmeregelung:

 

3. Stehen einer Jagdbehörde nicht genügend Wurfscheibenschießstände zur Verfügung, so kann die oberste Jagdbehörde auf Antrag der Jagdbehörde zulassen, dass längstens bis zum 30. Juni 2015 anstelle des Ziels Wurfscheibe das Ziel Kipphase verwendet wird; in diesem Fall beträgt das Mindestergebnis zehn Treffer.

 

Diesen Zustand haben wir momentan noch im Landkreis Göttingen.

Anschlagfrage:

Beim Kipphasen wird stehend freihändig aus der jagdlichen Erwartungshaltung geschossen. Der Unterschied zum laufenden Keiler liegt darin, dass nach dem Kommando „Hopp“ der Hase wiederum immer von rechts kommt aber erst nach dessen erscheinen in die Zielerfassung, sprich in den Anschlag, übergegangen wird.

Der Kipphase selbst besteht aus drei Klappteilen und kann mit zwei Schüssen aus der Flinte beschossen werden. Ein Wertungstreffer zählt dann, wenn mindestens 1 Klappteil nach maximal 2 Schüssen umfällt.

 

Obwohl eine Tontaubendisziplin im Landkreis Göttingen noch nicht durchgeführt wird möchte ich kurz die Disziplinen Skeet und Trapp erläutern.

 

Anschlagfrage:

Ablauf wie beim Kipphasen.

 

 

Skeet:

Die Tontauben werden aus dem sogenannten Unter- bzw. Oberhaus auf immer gleich bleibender Flugbahn beschossen, welche je nach Stand (ein in sich beschriebener Halbkreis) mal von einem wegfliegen, auf einem zufliegen oder seitlich von rechts oder links kommend beschossen werden.

 

Trap:

Hier fliegen die Tontauben grundsätzlich vom Schützen immer gerade weg der sich auf gerader Linie und 15 Meter vom Wurfscheibenbunker entfernt von links nach rechts auf den 5 Schützenständen bewegt. Allerdings weiß der Schütze nicht aus welchem Bereich des Wurfbunkers die Tontaube kommt.

 

Zu den einzelnen Abläufen in den Schießdisziplinen mit der Waffe gehe ich näher im Schießtraining ein, welches dadurch geprägt ist das einzelne AKTIONSPUNKTE in der immer gleichen Reihenfolge zum richtigen Anschlag führen und das intuitive Treffen beim stehenden bzw. beweglichen Ziel gewährleistet.

 

4. Werden die geforderten Leistungen nicht erbracht, so ist das Schießen in der betreffenden Disziplin einmal, auf Wunsch des Prüflings auch am selben Tage, zu wiederholen.

 

§6

Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung ist immer vor der mündlich-praktischen Prüfung. Daraus ergeben sich mehrere Tatsachen:

a)      Ging es bei der Schießprüfung um bestanden oder nicht bestanden, so wird die Schriftliche benotet. Hier werden keine Zwischennoten, also z.B. keine 1,1 bis 1,9, sondern nur die Noten 1-6 vergeben.

b)      Ebenso wird bei der mündlich-praktischen verfahren.

c)      Die Gesamtnote der Jägerprüfung ist der Mittelwert aus der schriftlichen und mündlich-praktischen, welche nicht schlechter als 4,4 sein darf

 

Für das weitere bestehen müssen zu dem folgende Leistungen erbracht werden:

 

d)      Der Mittelwert aus der schriftlichen und mündlich-praktischen vom Fachgebiet 1 oder 2 darf ebenfalls nicht schlechter sein als 4,4

e)      Ebenso darf der Mittelwert aller Fachgebiete in der mündlich-praktischen genauso  nicht schlechter sein als 4,4

f)       Mit einem Laufzettel in einem Umschlag in dem die Ergebnisse der schriftlichen schon eingetragen sind werden die Prüflinge in der mündlich-praktischen die Prüfungsstationen ablaufen. Auch hier trägt der Prüfungsvorsitzende seine Note ein.

 

Dreimal dürft ihr raten was die Prüfer wohl machen, wenn Ihr an den Prüfungstisch kommt?

Was bedeutet das?

Das bedeutet in der schriftlichen Prüfung in allen Fachgebieten grundsätzlich nicht schlechter zu sein als mit der Note 2.

Warum?

Grundlage für einen weiteren positiven Verlauf in der mündlich –praktischen.

Die schriftliche Prüfung ist ein Fleißfach mit ihrem Fragenkatalog von genau 2607 Fragen deren verstehen wir Frage für Frage im UNTERRICHT ERARBEITEN.

Und noch etwas:

Der Fleißige schlägt jedes Talent.

Im weiteren Verlauf gibt es von mir auf Grundlage der Erfahrung von dem Vorhandensein einiger Rechenkünstler (auch ich gehöre dazu)   noch einige sog. Rechenbeispiele und daran im Anschluss eine ganz klares Fazit:

 

Beispiel 1:  Fleißig, bestanden aber kaum etwas verstanden

Fachgebiet                   Schriftliche                  Mündlich-Praktische

1                                                                   2                           6 (8:2=4)

2                                                                   2                           6 (nur bestanden wenn Waffenhandhabung O.K.)

3                                                                   2                           5

4                                                                   2                           3

5                                                                   2                           2

10:5= 2                 22:5=4,4 (2+4,4=6,4  ;  6,4:2=3,2 Gesamtnote)

An diesem Beispiel möchte ich schon mal darauf hinweisen, dass der Zahlenwert 22 (4,4) weder in der schriftlichen noch mündlich-praktischen als Block gesehen überschritten werden darf.

Ebenso in den sog. Schwerpunktfächern 1 oder (müsste eigentlich und heißen) 2 in Kombination mit der dazugehörenden schriftlichen darf die Note wegen der vollen Zahlenwerte nicht schlechter sein als 4 (rein rechnerisch ist die nächst schlechtere die 4,5. Eine 4,4 ist gar nicht möglich).

Die Wahl zwischen zwei Schwerpunktfächern findet im Prinzip nicht statt, da Fachgebiet 2 mit der Waffenhandhabung einen ganz klaren Schwerpunkt setzt und Fachgebiet 1 mit seinem Haar- und Federwild im Mittelpunkt unserer Hegebemühungen steht (Hege = aktiver Naturschutz).

 

 

 

 

 

Beispiel 2: Gepokert, bestanden aber rein gar nichts verstanden

Fachgebiet                   Schriftliche                  Mündlich-Praktische

1                                                                   2                           2 (4:2=2)

2                                                                   2                           2 (nur bestanden wenn Waffenhandhabung O.K.)

3                                                                   6                           6

4                                                                   6                           6

5                                                                   6                            6

22:5=4,4               22:5=4,4 (4,4+4,4=8,8  ;  8,8:2=4,4 Gesamtnote)

 

Beispiel 3: Fleißig, bestanden und verstanden

Fachgebiet                   Schriftliche                  Mündlich-Praktische

1                                                                   2                           2 (4:2=2)

2                                                                   2                           2 (nur bestanden wenn Waffenhandhabung O.K.)

3                                                                   2                           3

4                                                                   2                           3

5                                                                   2                            3

10:5=2                  13:5=2,6 (2+2,6=4,6  ;  4,6:2=2,3 Gesamtnote)

Fazit:

Wer bereit ist fleißig zu sein um in allen Fachgebieten der Schriftlichen mindestens eine Note 2 zu schreiben kann in Hinblick auf sein verstärktes Interesse für das Fachgebiet 1 und 2 in der mündlich-praktischen  nicht durchfallen.

In allen anderen Fachgebieten wird so viel Wissen vorhanden sein das wie im Beispiel 3  auch hier mindestens die Note 3 erreicht wird.

 

1. Der Prüfling hat in der schriftlichen Prüfung in jedem der in der Anlage 1 genannten Fachgebiete 20 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren unter Aufsicht zu beantworten.

2. Die Bearbeitungszeit für die Fragen eines Fachgebiets beträgt 30 Minuten.

Zum Ablauf:

Es liegen immer nur 20 Fragen eines der 5 Fachgebiete auf dem Tisch. Erst wenn der letzte Prüfling pro Prüfungsfach fertig ist (spätestens nach 30 Minuten) werden die nächsten 20 Fragen ausgeteilt.

Es ist mindestens immer eine Frage richtig, aber höchstens 2.

Was das bedeutet erklärt sich in §8 Bewertung der Prüfungsleistungen…

Rein theoretisch hat jeder Prüfling somit 150 Minuten, sprich 2,5 Stunden für 100 Fragen zeit.  In der Praxis wird der gut vorbereitete Jungjäger allerdings maximal 20 Minuten benötigen!

Wie schon erwähnt hat die schriftliche Prüfung im Hinblick auf die mündlich-praktische Prüfung eine ganz besondere Schlüsselrolle…

3. Die Fragen wählt das versitzende Mitglied der Prüfungskommission (KJM) aus einem Fragenkatalog der obersten Jagdbehörde (Ministerium) aus.

 

§7

Mündlich-praktische Prüfung

(1)

1. Die mündlich-praktische Prüfung wird in einem Jagdrevier abgehalten und erstreckt sich auf die in der Anlage 1 genannten Fachgebiete.

Im Zuge der Vorbereitung zur Jägerprüfung werden wir den Prüfungsort mehr als einmal besuchen da er sich praktischer Weise direkt an der Schießanlage unserer Trainingseinheiten befindet.

Auf diese Schießanlage wird dementsprechend auch die Schießprüfung abgenommen.

2. Zu Beginn werden auf dem Jagdhorn fünf Jagdsignale geblasen, aus denen der Prüfling die drei sicherheitsrelevanten Leitsignale „Anblasen des Treibens“, „Treiber in den Kessel“ und „Aufhören zu schießen“ erkennen muss.

(2)

Die Jägerprüfung hat nicht bestanden, wer

1. die in Absatz 1 Satz 2 genannten drei Leitsignale auch nach einmaliger Wiederholung der fünf Jagdsignale nicht erkannt hat oder

 

2.

beim Umgang mit der Schusswaffe einen Fehler begangen hat, der ihn selbst oder andere hätte gefährden können (Die Waffe wurde auf eine Person gerichtet bzw. es hat sich ungewollt ein Schuss gelöst).

 

§8

Bewertung der Prüfungsleistungen

(1)

1. In der schriftlichen Prüfung wird die Antwort auf jede Frage mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet.

2. 2 Punkte werden vergeben, wenn alle richtigen Antwortmöglichkeiten markiert sind (also auch wenn es nur eine richtige Antwort gab)

3. 1 Punkt wird vergeben, wenn nur eine von mehreren (= max. 2) richtigen Antwortmöglichkeiten markiert ist

Es können immer nur max. 2 Antworten richtig sein. Nun ist man sich aber nicht sicher und kreuzt nichts an. Davon ist definitiv abzuraten, weil eine Frage immer richtig sein muss. Also in diesem Fall lieber nur eine Frage ankreuzen und hoffen.

 4. 0 Punkte werden vergeben, wenn eine falsche Antwortmöglichkeit markiert ist, und zwar unabhängig davon, ob auch eine richtige Antwortmöglichkeit oder mehrere Antwortmöglichkeiten (höchstens 2)  markiert sind, oder wenn keine Antwortmöglichkeit markiert ist.

Wir wissen das max. 2 Antworten richtig sein können. Werden nun darüber hinaus mehr als 2 Kreuze gesetzt, ist es egal ob die beiden Antworten richtig waren, nun sind quasi alle falsch. Und gar nichts anzukreuzen ist ebenfalls unklug, weil immer mindestens eine Frage richtig ist.

 

(2) Daraus ergeben sich je Fachgebiet die Noten:

 

sehr gut (1)                  bei                               40        Punkten

gut (2)                         bei       36        bis       39        Punkten

befriedigend (3)          bei       32        bis       35        Punkten

ausreichend (4)                       bei       28        bis       31        Punkten

mangelhaft (5)            bei       14        bis       27        Punkten

ungenügend (6)                       bei       0          bis       13        Punkten

 

 

sehr gut (1)       = eine den Anforderungen in besonderem Anlass entsprechende Leistung,

gut (2)               = eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung,

befriedigend (3) = eine den Anforderungen im Allgemeinen entsprechende Leistung,

ausreichend (4) = eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den  Anforderungen   noch entspricht,

mangelhaft (5)            = eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung, die jedoch erkennen lässt,  dass Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden können,

ungenügend (6) =        eine den Anforderungen nicht entsprechende Leistung, bei der selbst die Grundkenntnisse lückenhaft sind.

5. Zwischennoten werden nicht erteilt.

(4)

1. Die Leistungen in der mündlich-praktischen Prüfung werden von den hierfür eingeteilten Mitgliedern des Prüfungsausschusses bewertet (Vorsitzender und Protokollführer)

2. Die Bewertenden entscheiden mit Stimmenmehrheit (eigentlich nur der Vorsitzende)

3. Bei Stimmengleichheit setzt das VorsitzendeMitglied des Prüfungsausschusses die Note für das Fachgebiet fest und begründetseine Entscheidung schriftlich.

 

§9

Gesamtergebnis der Prüfung

(1)

1. Zur Ermittlung des Gesamtergebnisses der Jägerprüfung wird aus den Notenwerten der schriftlichen und der mündlich-praktischen Prüfung das arithmetische Mittel bis auf eine Dezimalstelle ohne Rundung errechnet.

2. Die Mittelwerte sind den Noten wie folgt zugeordnet:

1,0 bis 1,4 der Note sehr gut,

1,5 bis 2,4 der Note gut,

2,5 bis 3,4 der Note befriedigend,

3,5 bis 4,4 der Note ausreichend,

4,5 bis 5,4 der Note mangelhaft,

5,5 bis 6,0 der Note ungenügend

 

(2)

Außer in den in § 5 Abs. 2 und § 7 Abs. 2 bezeichneten Fällen ist die Jägerprüfung auch nicht bestanden, wenn

1. der Mittelwert aus den Notenwerten der schriftlichen und der mündlich-praktischen Prüfung für das Fachgebiet 1 oder 2 der Anlage 1 schlechter als 4,4,

2. der Mittelwert aus den Notenwerten der mündlich-praktischen Prüfung schlechter als 4,4 oder

3. der Mittelwert nach Absatz 1 schlechter als 4,4

 

(3)

Im Anschluss an die mündlich-praktische Prüfung wird dem Prüfling das  Gesamtergebnis der Jägerprüfung mitgeteilt.

 

 

§10

Prüfungsniederschrift

1. Über den Verlauf der Jägerprüfung ist eine Niederschrift zu fertigen und vom Vorsitzenden Mitglied des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen.

2. Die Leistungen im Jagdlichen Schießen sind in einer Schießliste festzuhalten, die Bestandteil derNiederschrift ist.

 

§11

Prüfungszeugnis

1. Wer die Jägerprüfung bestanden hat, erhält von der Jagdbehörde ein Zeugnis.

2. Wer die Jägerprüfung nicht bestanden hat, erhält hierüber einen Bescheid.

 

§12

Rücktritt

(1)

Tritt ein Prüfling ohne Genehmigung von der Jägerprüfung oder einem Prüfungsabschnitt zurück, so gilt die Jägerprüfung als nicht bestanden.

(2)

1. Wird der Rücktritt genehmigt, so gilt die Jägerprüfung oder der Prüfungsabschnitt als nicht unternommen.

2. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, insbesondere wenn der Prüfling die Jägerprüfung oder den Prüfungsabschnitt wegen Krankheit nicht ablegen kann; die Vorlage eines amtsärztlichen Zeugnisses kann verlangt werden.

 

§13

Wiederholung der Prüfung

1. Hat ein Prüfling die Jägerprüfung nicht bestanden, so kann er sie wiederholen.

2.Wird die Zulassung zur Wiederholung der Jägerprüfung innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe des Bescheides nach § 11 Satz 2 beantragt, so werden auf Verlangen des Prüflings auf die Wiederholungsprüfung angerechnet die Prüfungsleistungen

1.         des Jagdlichen Schießens, wenn die geforderten Leistungen erbracht wurden,

2.         der schriftlichen Prüfung, wenn mindestens die Note „ausreichend“ erreicht wurde, und

3.         der mündlich-praktischen Prüfung, wenn der Mittelwert aus den Notenwerten mindestens 4,4 beträgt.

3. Bei einer weiteren Wiederholung können nur Leistungen aus einer unmittelbar vorrangegangenen Prüfung angerechnet werden.

4. Ist die Prüfung bereits unter Inanspruchnahme des Satzes 2 einmal wiederholt worden, so ist die Jägerprüfung insgesamt zu wiederholen.

Also einmal durchgefallen kann man sich bestandene Leistungen anrechnen lassen.

Ich rate dies nur bei bestandener Schießprüfung zu tun und sollte in der schriftlichen Prüfung nicht mindestens die Note 2 stehen, auch wenn Sie bestanden worden ist, um in Hinblick auf wohlwollende Prüfer in der mündlich-praktischen anzutreffen, auch bei der Schriftlichen nochmal eine Schippe mehr drauf zu legen.

 

§14 (darüber brauchen wir eigentlich gar nicht reden)

Täuschung

Versucht ein Prüfling, das Ergebnis der Jägerprüfung oder einzelner Prüfungsabschnitte durch Täuschung zu beeinflussen, so nimmt er zunächst weiter an der Prüfung teil.

1.Über die Folgen eines Täuschungsversuchs entscheidet der Prüfungsausschuss.

2. Je nach Schwere der Verfehlung kann von Maßnahmen abgesehen, die Wiederholung der betreffenden Prüfungsleistung angeordnet, die betreffende Prüfungsleistung mit „ungenügend“ bewertet oder die Jägerprüfung insgesamt für nicht bestanden erklärt werden.

 

 

 

 

§15

Gleichgestellte Prüfungen

 

Die Jägerprüfung gilt als bestanden, wenn

 

1. die Bachelorprüfung im Rahmen des Studiengangs Forstwissenschaften und Waldökologie an der Universität Göttingen, einschließlich einer Prüfung im Fach Jagdtechnik, oder

2. die Diplom- oder Bachelorprüfung im Rahmen des Studiengangs Forstwirtschaft an der Fakultät Ressourcenmanagement der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen, einschließlich einer Prüfung im Fach Wildbiologie und Jagdbetriebslehre, bestanden ist und diese Prüfungen die Anforderungen der §§ 5 und 7 erfüllen.

Alle diese Anforderungen sind erst nach 3 Jahren erbracht und in meinen Augen viel zu spät für zukünftige Profis weil ich die Meinung vertrete: Wald mit Wild. Aber dieses Thema würde hier jetzt den Rahmen sprengen.

 

§16

Eingeschränkte Jägerprüfung

1. Es kann eine eingeschränkte Jägerprüfung durchgeführt werden.

2. Sie dient alsZulassungsvoraussetzung für die Falknerprüfung.

3. Auf sie sind die im Zusammenhangmit dem Schusswaffengebrauch und den Jagdsignalen stehenden Vorschriften nicht anzuwenden.

4. Die erfolgreich abgelegte eingeschränkte Jägerprüfung kann nicht durcheine spätere Zusatzprüfung zur Jägerprüfung erweitert werden.

 

 

weitere Informationen

Prüfungsordnung, Fragenkataloge und weitere Dokumente

Aktuelle Dokumente zum Download: Prüfungsordnung und Fragenkataloge

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